Es wird, es wird

Oups. Letzter Eintrag Anfang Februar mit der Zusage, jeden Tag ein wenig zu schreiben wie der Umzug so verläuft. Und jetzt das…

Ich lebe jetzt etwas über einen Monat in Tallinn, davon ziemlich genau einen Monat in meiner eigenen 2 Zimmerwohnung im Zentrum – Zentrum, nicht Altstadt, aber immerhin. Die Wohung ist nicht weit weg von der Altstadt, vielleicht 5 Minuten mit meinen Beinen und 7 Minuten mit älteren solchen zu laufen, und schon betritt man das Kopfsteinpflaster, welches Männer wie mich schwärmen lässt und Frauen mit hohen Absätzen (mehr oder weniger leise) fluchen.
Die Wohnung, soviel noch dazu, ist zum Glück möbliert, also ist es mir möglich auf die obligatorische Luftmatratze zu verzichten und gleich in einem Bett zu nächtigen. Allerdings musste ich mir ein Sofa kaufen aber auch das habe ich geschafft und bereits einige Abende darauf gelümmelt während ich ferngesehen habe. Deutsches Fernsehen habe ich ja, und ich zahle gerne ein paar Kronen im Monat dafür auch ARD und ZDF zu haben – so ganz ohne Tagesschau geht es halt nicht.

Die Arbeit macht Spass, natürlich habe ich viel zu lernen… vor allem estnisch. Aber im estnischen kann ich mich durchschlagen also einkaufen etc., das geht schon ganz gut aber die Leute müssen langsam sprechen und in der Arbeit reden wir meisten englisch oder deutsch, weil das dann einfach schneller geht aber ich merke schon, dass ich in dem Monat etwas besser geworden bin. Aber ich brauche bestimmt noch sehr lange bis ich so gut spreche wie so ein Este J Naja ich hab ja noch Zeit.
Im Moment bin ich erstmal dabei mich einzuleben. So ganz habe ich immernoch nicht verstanden, dass ich jetzt wirklich in Estland lebe, ein Revaler bin also, oder Tallinner. Auf jeden Fall wird das noch lange dauern fürchte ich, bis ich das so verinnerlicht habe, dass ich jetzt in einem anderen Land lebe. Es gibt viele Sachen, die einem erst jetzt so nahekommen, wie z.b., dass ich jetzt einen neuen Zahnarzt brauche und zu meinem tollen in München wohl nie mehr gehen kann – wobei niemehr… man wird sehen vielleicht findet sich doch eine Möglichkeit. Aber hier gibt es bestimmt auch super Ärzte und ich finde schon einen. Momentan brauch ich ihn auch nicht.

Mein guter Freund Ott ist jetzt im Parlament, was garnicht so schlecht ist finde ich. Also einen Kontakt in die Politik habe ich schon mal und vielleicht kann man sowas ja mal brauchen. Ich will diesen Job hier auch nicht für immer machen, aber erstmal finanziert er mich und auch wenn ich keine grossen Sprünge machen kann, schlecht lebe ich nicht, ich verdiene mehr als der durchschnittliche Este. Aber es ist natürlich für deutsche Verhältnisse schon wenig. Was natürlich durch die Steuern wieder zum Teil subsumiert wird. Also sagen wir mal so, 30% mehr Gehalt und ich bin auf meinem deutschen Netto-Niveau. Das ist doch mal was. Natürlich ist Estland teuer geworden in den letzten Jahren. Eine Wohnung kostet einfach mindestens 300 Euro wenn man eine renovierte will. Sogar die Vororte wie Lasnamäe haben stark angezogen was die Mieten angeht. Aber ich habe gehört, dass der Wohungsmarkt sich bald entspannen soll und dann kann ich vielleicht doch mal eine Wohnung kaufen – in Estland ist das nicht so schwer wie in Deutschland was den Kredit angeht. Naja ich muss natürlich erst noch abwarten und mich einleben und alles. Wie dem auch sei.

Ob es ein leichter Weg wird – und jetzt bitte keine Xavier Anlänge !!! – weiss ich nicht. Aber was ist schon leicht. Aber eines, dass weiss ich: Es wird, es wird…

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s