Bilderstreit

Heute morgen auf dem Weg zur Arbeit hatte ich die Deutsche Welle im Radio. Manchmal mag ich einfach keine Musik hören, zudem irgendwie in der estnischen Radiowelt alle entweder das selbe spielen – oder was auf russisch. Beides ist ja ganz nett aber mir geht so ein wenig ein Sender der auch mal was uas den 80ern spielt – Jugenderinnerungen am Morgen als Stichwort.  Aber egal.

Nun habe ich also die Deutsche Welle gehört und da gab es einen Beitrag zu “Kunstwerke aus der DDR”. Ja ich weiss, man kann ein Radio auch abschalten aber ich war zu faul und ausserdem lernt man ja auch was. Und diesmal lernte man wirklich was. Und zwar eine Geschichte der Geldverschwendung in Deutschland.

In Dresden steht seit vielen Jahrzehnten das Deutsche Hygiene Museum. Und in diesem Museum gibt es eine Eingangshalle. Soweit so gut. Nun war diese Eingangshalle mit einer grossen weissen Wand vom mir namentlich nicht bekannten und für den Fortgang der Geschichte in keinerweise wichtigen Architekten geplant und konzipiert. (Aus diesem Grunde verzichtet der Autor dieses Beitrages ganz offensichtlich auf jegliche Bemühungen den Namen dieses sicherlich hoch verdienstvollen Architekten durch Benutzung der Internetsuchmaschine Google oder eines anderen Anbieters eines Services der den Prozess der Lokalisierung eines gewünschten Objektes offeriert zu nutzen um selbige Information dem geschätzen Auge des Lesers zur Verfügung zu stellen)

In der Zeit der DDR nun wurde vor dem Mauerbau noch beschlossen, dass selibge Wand mit einer Fläche von ca 60m2 durch ein Wandgemälde zu verschönern sei und ein Künstler wurde beauftragt seliges zu vollbringen. Auch hier sieht der Autor noch keine Geldverschwendung, dies nur nebenbei, auch wenn ich sagen muss, dass ich bei Wandgemälden moderner Machart in der Regel skeptisch bin da meistens – dies ziegt die Erfahrung – nicht mein Kunstgeschmack getroffen wird. Aber wie gesagt.

Nun geschah es, dass selbiger Künstler wenig später in den Westen floh. Darauf beschlossen die Autoritäten der DDR, dass ein Wandgemälde eines Republikflüchtlings ja nun nicht ginge und gab Order, dieses Gemälde zu übermalen und zwar in den Originalzustand, nämlich weiss. Ob das jetzt sinnvoll ist, will der Autor immernoch nicht in Frage stellen, ich bitte also um etwas Geduld.

Im Rahmen einer Ausstellung erinnerte sich nun kürzlich die Museumsleitung des hinter weisser Farbe verborgenen Gemäldes und legte 2 Stellen frei. Als Erinnerung und wohl, weil es irgendwie in die Austestellung passte (ich habe diesen Teil aufgrund des Anfahrens eines Autobusses an einer Ampel und des durch diesen Vorgang entstandenes Lärmes leider nicht verstanden.) Es ergab sich daraufhin die Diskussion, ob man die gesamte weisse Farbe an besagter Wand abtragen solle – natürlich nur die, die über dem Bild ist, drunter wäre ja nun auch doof. Der Künstler selbst schrieb darauf dem Museum, dankte und sprach: Das ist echt nett aber lasst es, so toll is es net. (ich gestehe; das war jetzt  sprachlich sehr frei zusammengefasst)

Nun beschloss das Museum folgendes: (JETZT kommts!)

Im Zuge der Generalsanierung wird das Gemälde hinter der weissen Wand freigelegt.

Dann wird eine Schutzfolie darüber angebracht.

Und dann wird diese Folie wieder weiss übermalt.

ganz ehrlich: Mir fehlen ein wenig die Worte. Bin ich ein solcher Banause, dass ich den Sinn dieses Vorgehens nicht begreife? Ich meine: entweder die Wand bleibt weiss – dann soll sie weiss bleiben. Oder man legt das Gemälde frei – dann soll es aber auch zu sehen sein.

Wie seht ihr das?

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