Homophobie und was man dagegen machen kann

Heute ist der Tag gegen die Homophobie. Das ganze, weil heute vor 21 Jahren in der WHO die Homosexualität von der Liste der psychischen Krankheiten genommen wurde und also nicht mehr als Defekt oder Krankheit angesehen wurde.

Und aus diesem Grunde habe ich mit einem Homophoben über dieses Thema gesprochen. Das ganze über Skype, also bitte Tippfehler ignorieren. Ich habe das Gespräch ein wenig zusammengefasst, aber keine Inhalt verändert.

Erik .: Und warum sollten die nicht die gleichen Pflichten und Rechte kriegen ?

Der Homophobe: weil Homosexualität für eine Gesellschaft schlecht ist

Erik .: Unsinn, es ist absolut nicht schlecht für die Gesellschaft.

Der Homophobe: außerdem ist es auch widernatürlich (das heißt nicht das es nicht in der natur vorkommt) und unchristlich

Erik .: also, welche Rechte sollen also homosexuelle Paare nicht haben deiner Meinung nach?

Der Homophobe: sie sollen nicht der Ehe gleichgestellt werden und nicht verherrlicht und als prima supi hingestellt werden

Erik .: es geht nicht um Verherrlichung, es geht um Rechte und Pflichten, denn es gibt keinen Grund, warum diese etwa nicht gleiche Rechte und Pflichten kriegen wie andere Lebensgemeinschaften, Auskunft beim Arzt z.b. Zeugnisverweigerungsrecht vor Gericht

Der Homophobe: es geht primär um Steuern und Adoptionsrecht, Zeugnisverweigerung sollte man sich schwer überlegen

Der Homophobe: aber es geht generell darum, dass die Ehe einen Sonderstatus haben muss, den andere Lebensgemeinschaften nicht haben, und das diese Lebensgemeinschaften eben nicht als normal und gut angesehen werden!

An dieser Stelle kam mir der Verdacht, dass es auf Seiten des Homophoben keine wirklichen Argumente gab. Es ging ihm schlicht ums Prinzip. Aber es ging ja noch weiter.

Erik .: warum sollte man ein zeugnisverweigerungsrecht überlegen? was Steuern angeht, so sehe ich hier auch kein Problem und auch was Adoption angeht habe ich kein Problem, warum auch

Der Homophobe: ich sehe da schon ein Problem

Erik .: welches?

Der Homophobe: Die Sonderstellung der Ehe!

Erik .: und die siehst du wo genau verletzt?

Der Homophobe: in der Gleichstellung mit Schwulen ;D

Also doch… aus Prinzip.
Ich habe dann beschlossen etwas sehr gemeines zu machen: Ich habe ihn konkret gefragt. Das ist aber auch gemein.

Erik .: und wo muss die Ehe also besser gestellt sein und warum gerade da?

Der Homophobe: die ehe muss in möglichst vielen Bereichen besser gestellt werden

Erik .: welche und warum

Der Homophobe: Adoption, Steuer sind die wichtigsten

Erik .: so, warum Steuern? erklär es mir.

Der Homophobe: weil eine Familie dem Volk und Staat dienlich ist

Erik .:  warum ist die Familie dem Staat dienlich?

Der Homophobe: sie produziert bzw. kann Nachkommen produzieren und so das Volk erhalten

Erik .: hm. also würdest du dann zustimmen, dass unfruchtbare Menschen nicht heiraten dürfen, da diese sich nicht fortpflanzen können? Und Leute die auf Kinder verzichten aus welchen Gründen auch immer?

Der Homophobe: nein, denn gerade das verzichten kann sich ändern.

Erik .: Also würdest du sagen, dass X und Y keine Ehe geführt haben die dem Staat dienlich war?

Habe die Namen man entfernt, tut ja nichts zur Sache. Zur Erklärung: Ein Ehepaar, das keine Kinder hatte.

Der Homophobe: nicht besonders

Erik .: also würdest du sagen, dass es eigentlich keine Ehe war die eine Sonderstellung haben sollte?

Der Homophobe: nö hab ich nich gesagt

Doch, genau genommen hast Du das gesagt lieber Homophober. Aber ich dachte ich bin nett, ich frage noch mal nach.

Erik .: also sollte man die Sonderstellung nicht vielleicht von der ehe sondern von der Nachkommenszeugung abhängig machen?

Der Homophobe: nein, denn es geht auch darum in welchem Umfeld ein Kind aufwächst

Er will auf einen anderen Schauplatz flüchten, aber ich lasse ihn nicht.

Erik .: Moment wir sind erstmal bei der Frage des Kinderkriegens. Wenn Du argumentierst, dass die Ehe geschützt werden muss (Sonderstellung) wegen des Kinderkriegens, dann frage ich was mit Ehen ist von lLeuten die keine Kinder kriegen wollen/können

Der Homophobe: Wich ich bereits erwähnt habe, ist gerade das wollen eine Variable und keine Knstante

Ha, da muss ich dann doch mal nachfragen.. eine Variable?

Erik .: also ist es kein so entscheidender Punkt?

Der Homophobe: doch

Öhm….

Der  Homophobe: ein wesentlicher, aber kein absoluter

Ok ich versuche es noch mal.

Erik .: Also ein wesentlicher Grund für die Sonderstellung der Ehe ist das Kinder kriegen, korrekt?

Der Homophobe: korrekt

Gut!

Der Homophobe: einer

Erik .: Gut, aber es ist ein relativer, da es ja auch Paare gibt die aus irgendwelchen Gründen keine Kinder zeugen.

Der Homophobe: das ist sehr wohl der wichtigste punkt

Immer wenn ich denke ich verstehe ihn…

Der Homophobe: aber nur weil ein paar keine Kinder bekommen kann, heißt das ja nicht das sie keine Ehe führen sollen/können

Aha!

Erik .: ok. also können Deiner Meinung nach auch Leute eine Ehe führen wenn die keine Kinder kriegen können?

Der Homophobe: damit hat die Ehe zwar einen wesentlichen Bedeutungspunkt für die Gesellschaft verloren aber ja

Hat er gerade ja gesagt?

Der Homophobe: denn die Ehe ist die einzige gottgefällige art des Zusammenlebens

Das mit dem Christentum versucht er immer wieder, aber wir waren ja beim Staat und nicht bei der Religion. Und meines Wissens nach sind kirchliche Moralvorstellungen nicht automatisch staatliche Gesetze.

Erik .: wir waren doch aber nicht bei Gott sondern bei Volk und Staat

Der Homophobe: Denn es ist ja nicht die schuld derer dass sie keine Kinder kriegen können

[4:07:03 PM] Erik .: oder wollen, da gibt es genug

Leider ist mir erst danach eingefallen ob es nicht seinem christlichen Bild entsprechen würde zu sagen, das der allmächtige Gott doch auch die Unfruchtbarkeit geschaffen hat, aber ich wollte ja eh keine Religionsdiskussion haben.

Erik .: also die aussage, dass es die einzige von Gott gewollte Art des ZL ist mag aus christlicher Sicht so sein, das ist mir jetzt egal, aber für den Staat ist das nun mal kein Maßgabe, und wir sprachen ja vom Staat.

Der Homophobe: man müsste aber einen Fruchtbarkeitstest verlangen bevor zwei Menschen heiraten um zu gewährleisten dass sie überhaupt Kinder kriegen können. Das ist keine Alternative.

Heisst das nicht eigentlich, dass man die Ehe also nicht von der Fähigkeit des Kinderkriegens abhängig machen sollte?

Erik .: also einen solchen Test würdest du ablehnen als Basis einer Ehe? ich will dich nur richtig verstehen.

Der Homophobe: jap. Das wäre menschenunwürdig

Der Homophobe: deswegen darf jeder Mann jede Frau heiraten ohne Fruchtbarkeitstest

Erik .: Ok. also sollte der Staat nicht die Option der Kinderzeugung als Grundlage für die Eheschließung machen?

Der Homophobe: Ich verstehe die Frage nicht ganz

Echt nicht?

Erik .: ich formuliere es anders: Der Staat sollte also die Eheschließung nicht von der Fähigkeit, Kinder zeugen zu können abhängig machen, korrekt?

Der Homophobe: korrekt, er sollte sie aber fördern, da diese Institution das Kinderkriegen so begünstigt

Ich weiss nicht ich denke man kriegt das auch ohne Trauschein hin…

Erik .: Also. Die Ehe ist für den Staat wichtig vor allem wegen dem Kinderkriegen, aber das Kinderkriegen ist nur eine Variable der Ehe, keine Voraussetzung, also können auch Leute heiraten die keine Kinder kriegen können oder wollen. Korrekt?

Der Homophobe: korrekt

!!! So, und warum genau soll es für den Staat also schlecht sein wenn Homosexuelle heiraten?! Ich versteh der Kerl einfach nicht….

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